Lautsprecherständer selber bauen


Vor kurzem stand ich vor der Aufgabe meine rückwärtigen Lautsprecher zu montieren. Für einen noch packenderen Filmgenuss sollte aus dem bisheigen 2.0 ein 4.0 System werden.
Zur Auswahl standen entweder die Wandmontage oder Lautsprecherständer. Erstere hätte ich wahrscheinlich mit den kurzen Ikea Lackregalen gelöst oder direkt per Wandaufhängung. Aber wegen der zusätzlichen kabelkanäle und dem wenigen Spaß bei der Montage, habe ich mich dagegen entschieden.

Lautsprecherständern haben den Vorteil, dass die Kabel in einem nach oben führenden Rohr versteckt werden können. Außterdem müssen auch keine Löcher in die Wand gebohrt werden.

Nach kurzem Internet Preisvergleich der verdächtigen Hifi Shops habe ich mich dann für den Eigenbau entschieden. Die Preise für anständige Ständer beginnen bei 100€. Eindeutig zuviel für 50€ Magnat Lautsprecher.

Zum Ständer Eigenbau gibt es bereits einige schöne Anleitungen im Internet. Nach dem Studium von dreien, hatte ich auch schon einen groben Bauplan im Kopf. Der Bestand aus Gewindestangen, Kabelführung … Massivholz und natürlich sollte das ganze möglichst stabil werden.

Folgendes habe ich verbaut:

  • 1x Buchenholz (verleimt) 200*30cm, 18 mm Stärke ~ 13 Euro
  • 2x 1m M12 Gewindestange
  • 6x selbstsichernde Mutter
  • 6x Unterlegscheibe (40 mm Durchmesser)
  • 2x Hutmutter für den Abschluss
  • 2x 1m Aluminium Rohr 12mm Durchmesser (passend für 2,5er LS kabel)

Insgesamt Teile im Wert von ca. 23 €

Das Holz habe ich mir direkt im Baumarkt ohne Aufpreis zuschneiden lassen. Insgesamt 8 Platten á 23×30 cm.

Im ersten Arbeitsschritt jeweils 2 Platten miteinander verleimen. Dazu am besten viele kleine Schraubzwingen verwenden, oder die verleimten Platten gleichmäßig beschweren. Für eine bessere Optik kann man jeweils einer der zwei Platten an der Schnittfläche “umklappen” und dann verbinden. So entsteht (einseitig) der Eindruck, das Holz wäre aus einem Stück.

Anschließend die Seiten abhobeln und alle Flächen mit 150er Schmirgelpapier bearbeiten. Die Kanten wie gewünscht abrunden. 

 

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Als nächstes 2 Pakete schnüren und die Löcher für die beiden Stangen anzeichnen und bohren. Entgegen der Bilder erst die hintere 20mm Vertiefung auf etwa 1,8 cm Tiefe bohren und anschließend mit einem 12 – 14 mm Holzbohrer durchbohren. In der Vertiefung wird später die Mutter versenkt. Das mittige Loch mit einem 10 mm Bohrer durchbohren.

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Anschließend das Tape entfernen und die mittigen Löcher mit dem 12er Bohrer aufweiten (unteres Brett Oberseite, oberes Brett Unterseite). Dort wird dann später das Rohr für die Kabelführung eingesteckt.

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Danach das Rohr auf die gewünschte Ständerhöhe kürzen. Bei mir haben sie etwa eine Länge von 70 cm. Bitte dabei beachten, dass circa 3,5 cm davon im Holz versenkt werden.
Anschließend die Gewindestange mit einer Unterlagscheibe + Mutter (ca. 6 cm aufgeschraubt) von oben durch die Bodenplatte stecken. Die untere Mutter aufschrauben und die Obere festziehen, bis die Untere vollständig versenkt ist.

Anschließend das Rohr unten einsetzen und das obere Brett aufstecken. Auf der Gewindestange die Stelle anzeichnen, an der diese gekürzt werden muss. Tipp: Wasserwaage!

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Nach dem Kürzen dann eine Mutter mit Unterlagscheibe oben aufschrauben und das Brett wieder aufstecken. Unterlagscheibe drauf und Hutmutter festziehen. Eventuell wieder die Wasserwage zu Hilfe nehmen. Beim Festziehen außerdem darauf achten, dass beide Boden- und Ständerplatte parallel übereinander stehen.

Anschließend Füßchen aus Reststücken anleimen und eventuell Filze aufkleben, sonst steht die Bodenplatte auf dem Lautsprecherkabel.

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Zu guter Letzt habe ich das Holz noch mit Pflanzenöl (was gerade in der Küche stand…) und einem sauberen Lappen eingeölt.
Und so sehen die fertigen Ständer aus:

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Empfehlung:

Ich würde mit der Gewindestange und dem dünnen Alurohr keinesfalls höher als 80 cm gehen. Wenn man sie oben anstößt, schwingen sie leicht hin und her. 
Für eine höhere Stabilität oder bei schwereren Lautsprechern hätte man mehrere Möglichkeiten:
Entweder eine stärkere Gewindestange oder zwei nehmen, ein dickeres Rohr oder natürlich eine geringere Ständerhöhe. Beim nächsten Mal würde ich außerdem noch eine breite Unterlegscheibe unten in die Bodenplatte einlassen. Damit wäre die Gewindestange besser fixiert.

Ich hoffe mit der Anleitung ein paar Anregungen für die eigene Variation gegeben zu haben und wünsche viel Spaß beim Basteln!

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  1. #1 von Manuel am Februar 25, 2011 - 2:15 pm

    Hi,

    wackeln die nicht in alle richtungen ?
    Was tragen die ungefähr ?

    MbG

  2. #2 von Patrick am Februar 25, 2011 - 5:19 pm

    Ich kann die obere Plattform ca. 1cm nach links oder rechts drücken bevor die untere Plattform anfängt zu kippen. Also von der Steifigkeit her ausreichend. Vor und zurück ist fast gar kein Spielraum.
    Ich habe mich eben mal mit dem halben Körpergewicht drauf gelehnt, kein Problem!
    Die Gewindestange mit Muttern und Scheiben bringt mehr Stabilität, als es auf den Bildern den Anschein macht 😉

    Wenn ich die Ständer nochmal bauen müsste, würde ich die untere Mutter nicht versenken, sondern einfach höhere Füßchen drankleben. Ist einfacher…

(wird nicht veröffentlicht)