Hybridfestplatte: Lebenserhaltende Maßnahmen für mein Notebook


Irgendwann war der Punkt einfach erreicht, an dem ich mit der faszinierenden Langsamkeit meines Notebooks nicht mehr klar kam und beschloss: “Es muss sich was ändern”. Klar, die meisten würden sagen: “Kauf Dir einen Neuen, was willste denn noch mit dem alten Ding.” Kaufdatum des Notebooks: September 2006.  Aber naja.. umso länger ich mit einem PC arbeite, desto mehr wächst er einem halt ans Herz…

Also was kann man machen, um doch noch glücklich mit dem alten Gerät zu werden? Kurz mal gecheckt, was der wirkliche Flaschenhals ist: Entweder die CPU , die Festplatte oder ein vollgemülltes Betriebssystem.

Der Taskmanager sagt eindeutig bei einem Start von Outlook oder Visual Studio: “CPU langweilt sich”. Also bleibt noch Festplatte und das Betriebssystem.
Neue Anwendungen teste ich immer direkt auf meinem Notebook. Dadurch steigt das gefühlte “Vermüllungslevel” mit der Zeit seit Betriebssysteminstallation etwa proportional.

Bisherige Festplatte: 60gb 2,5” 5400upm, ja ich weiß, die Platte war schon immer langsam und es ist von vornherein klar, das sie der Flaschenhals ist.

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Also… Win 7 ist etwas über ein Jahr installiert. Neuinstallation oder Systemimage aufspielen? Nee, zu faul + kein Traffic übrig für Programmupdates.

Also fluchs eine Hybridfestplatte (Seagate Momentus XT 7200upm ) bei Amazon bestellt. 250 GB für ~83€ inkl. Hoffnung auf ein Wunder.

Was ist eine Hybridfestplatte?
Eine Festplatte, die neben dem üblichen Magnetspeicher auch einen persistenten Flashspeicher besitzt. Der Flashspeicher soll die Zugriffszeiten häufig verwendeter Daten wesentlich verkürzen. Er wird von der Festplatte selbst verwaltet und nicht durch das Betriebssystem.

Ein paar Tage später…

Montagsgerät von Amazon. Läuft nicht an und kratzt lediglich vor sich hin… Rücksendung.

Ein paar Tage später…

Was bringt eine Hybridfestplatte wirklich?

Um die Antwort vorweg zu nehmen: Eine Menge!
Wie überprüft man nun die effektive Leistungssteigerung? Ein Festplattenbenchmark wäre nicht aussagekräftig, da hauptsächlich Übertragungsraten gemessen werden. Dann doch lieber Real Life Testing!
Schnell mal einen kleinen Testparkour aus den Fingern gesaugt und die Ergebnisse eingetragen:

Testlauf Windows 7 booten Firefox 3.6.13 Outlook 2010 Visual Studio 2010 Filezilla Zuletzt verwendet Windows Herunterfahren
Alte Festplatte 66 21 33 27 6 7 25
Hybrid Testlauf 1 48 vergeigt 25 23 3 3 25
Testlauf 2 38 9 11 12 2 1 22
Testlauf 3 37 9 9 10 2 1 19
Testlauf 4 37 9 9 9 2 1 geschenkt
Zeitersparnis 43,94% 57,14% 72,73% 66,67% 66,67% 85,71% 24,00%

Die Zeitwerte bedeuten immer die Dauer des Programmstarts in Sekunden.

So.. ein richtiger Real Life Test ist es natürlich dann doch nicht, da ich täglich mit mehr Programmen arbeite als in der Tabelle angegeben. Dies könnte dazu führen, dass die 4 GB Flashspeicher der Hybriden irgendwann voll sind und alte Daten überschrieben werden. Damit wäre der Zeitgewinn des Flashspeichers futsch, sobald die alten Daten wieder benötigt werden.

Aber wie dem auch sei: Die Zeitersparnis von 40%-90% ist top bei diesem Preis/Leistungsverhältnis. Wenn die Festplatte sich bewährt und reine SSD’s nicht wesentlich günstiger werden, kaufe ich zukünftig nur noch hybride Festplatten für die Betriebssystem- und Programmpartition.

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